Ein paar Worte und Bilder zur Tonertransfer-Methode (12.10.2021)

Die Toner-Transfer-Methode ist ja seit Jahren ein aktuelles Thema, dem konnte ich mich natürlich auch nicht entziehen, weil es einfach sehr praktisch wäre, nur eine Platine zu machen. Ich hatte viele Versuche gemacht, welcher Drucker, welches Papier, wie Bügeln, welche Vorbereitungen und und und .... hab das immer wieder probiert und verworfen, weil die Ergebnisse nichts mit dem zu tun hatten,was ich mit Tintenstrahldrucker und Folie mittels Belichtung gemacht hatte .... an zweiseitige Platinen war erstmal sowieso nicht zu denken ... Was mich immer wieder verblüfft hatte, waren die hervorragenden Ergebnisse von OM Olli DG1MED .... Das hatte mir keine Ruhe gelassen, und irgendwann platze dann der Knoten .... Seit ein Laminator im Labor ist, braucht eine Platine 40Min vom fertigen Layout zur bohrbereiten Platine. Drum schreib ich jetzt auch mal meinen Senf zu diesem Thema.

Die Prozedur ist eigentlich ganz einfach, ich gehe davon aus, daß man entweder aus dem Netz oder ein eigenes Layout zu Verfügung hat.

Erster Schritt:

Layout auf ein Papier ausdrucken und zurecht schneiden, damit man eine Platine darauf anpassen kann, sowie das ein oder andere Bauteil mal auf das Layout legen und testen, ob das so auch nutzbar ist. Wenn das alles in Ordnung ist, das Layout spiegelverkehrt auf, je nach Vorliebe, einer Katalogseite oder einem glänzenden Fotopapier für Laserdrucker ausdrucken, und zurecht schneiden. Mit der Schere,oder was bequemer ist mit einer Papier-Zuschneide-Maschine.

Zweiter Schritt:

Platine sollte gut vorbereitet sein. Nach dem Zuschnitt unbedingt mit einer Feile sämtliche Grate entfernen. Dann mit einem feinen Scotch-Pad, also so eine Art Schleif-Vlies die Cu-Fläche in alle Richtungen hübsch frei schleifen, damit das Kupfer richtig schön glänzt. Wenn das gemacht ist, die Platine möglichst mit Alkohol, Spiritus oder Aceton und einem fusselfreien Tuch gut abreiben, damit diese garantiert staubfrei ist. Jedes Staubkorn macht sich bei einer Massefläche mit nicht haftendem Toner bemerkbar. Ich verwende glänzendes Fotopapier mit einer Schneide-Maschine, und ziehe die Oberfläche der Platine mit einem Papoierrest nochmal ab, damit erwische ich meist auch das letzte Staubkorn,und lege dann das Papier mit dem Layout auf die Platine.

Dritter Schritt:

Wenn das Papier passend auf der Platine ausgerichtet ist, dann durch durch den heißen Laminator: jede Seite und jede Ecke zwei Mal durchlaufen lassen. Der Laminator sollte beheitzte Walzen haben, dann reicht bei den meisten Geräten die Temperatur für gute Ergebnisse aus. Ich nutze jetzt den auch in den Foren angepriesenen Olympia A 2020. Den Laminator hab ich einfach nicht zusammengeschraubt, ich klappe das den Deckel lediglich auf die Seite, um dann die Platinen auch wieder aus dem Teil heraus zu bekommen. Wenn man die Seite der Walzenbefestigungen die keine Zahnräder hat, unten los schraubt, dann kann man die Bleche auf der Auslaßseite mit etwas Hebeln und sanfter Gewalt heraus nehmen. Ich habe nur das obere Blech entfernt, um auch ganz kleine Platinen wieder aus dem Teil heraus zu bekommen, ohne extra nochmal eine weitere Platine zum "Nachschieben" zu verwenden.. Bei diesem Gerät gibt es ein Trim-Poti, da kann man nochmal 20°C mehr an die Walzen legen, wenn man dieses gegen den Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht. Weiter gibt es noch ein paar Hinweise im Netz, wie man seine eigene Temperaturregelung für einen beliebigen Laminator baut. Werde weiter berichten wenn ich es geschafft habe jede Seite und Ecke nur einmal durch das Gerät laufen zu lassen und dann gute Ergebnisse erziele. Noch eine Bemerkung zum "laminieren", beobachtet man die Oberfläche des Fotopapiers, stellt man nach einer Zeit fest, daß sich das Layout quasi durch das Papier durchdrückt. Wenn das zu erkennen ist, sollte der Toner die nötige Haftung auf der Platine haben.

Vierter Schritt:

Wenn das Platinchen samt Folie abgekühlt ist, dann einfach ins Wasser werfen, Spülmittel oder anderes hat bei mir nichts verbessert .... einfach so lange Warten, bis sich das Layout im Wasser durch das Papier abzeichnet, dann sieht man schon, ob alles soweit durchgeweicht ist, und kann dann beherzt das Papier abziehen. Wenn das Layout keine Masseflächen hat sieht das an diesem Punkt schon sehr ordentlich aus:

Dann mit der Zahnburste oder den Fingern noch die Papierreste aus den Löchern der Lötaugen entfernen. Man kann das, wenn man irgendwann das Vertrauen in die Haltbarkeit gefasst hat, soweit treiben, daß wirklich gar keine Papierfasern mehr im Toner sind.
Hier verschiedene Beispiele, auch mal unterm Mikroskop betrachtet:

 

Das waren am Anfang die ersten Versuche, bevor ich später das Scotch-Pad auf die Platine losgelassen habe. Seit dem sind sehr viel weniger Tonerausrisse vorhanden, wie an den letzteren Bildern gut zu erkennen ist.

Fünfter Schritt:

Das Ätzen der Platte hatte ich sonst immer in einer Küvette mit Armonium oder Natrium-Persulfat gemacht. Das Anrichten bis das Bad bereit war, ist doch zeitintensiv, und bringt erst dann mehr wenn man viele Platinen macht. Inzwischen nehme ich 2 Glaswannen her, in die größere kommt Wasser aus dem Wasserkocher, und in diese kommt eine kleinere mit EisenDreiChlorid. Damit ist das gut 10Min lang hübsch warm und der Ätzvorgang dauert eben so zwischen 8 und 15Min, bei gemütlichem Schwenken der kleineren Schale. Kalt dauert das gefühlt eine Stunde. EisenDreiChlorif hatte ich früher irgendwann gemieden,weil alles hinterher gelb war. Nun schaffe ich mit dieser Anordnung kaum noch Sauerei zu erzeugen, und bin sehr erstaunt wielange die "Brühe" hält ... seit 2 Jahren nicht mehr erneuert, das ist mit anderen Ätz-Flüssigkeiten nicht zu erreichen !!!
Hier die verschiedenen Ergebnisse:

Nach dem Ätzen einfach die Platine mit Wasser abspülen, und den Toner mit dem Lieblings-Entferner abnehmen.

Optionaler Schritt:

Es gibt für um die 15-20E "chemisches Zinn" das schüttet man direkt auf die saubere Platine drauf und wartet eine Zeitlang, und schon hat man die Oberfläche verzinnt....Das gute daran ist, das was in der Schale ist kann man wieder zurück in die Flasche schütten und weiterverwenden. Bis jetzt hält das chemische Zinn noch obwohl ich jetzt doch schon einige Platinen damit bearbeitet habe. Eine Alternative die Cu-Oberfläche zu schützen ist Kollophonium in Spiritus aufgelüst auf die Platine zu Pinseln. Nachteil, es dauert recht lange, bis die Oberfläche nicht mehr klebrig ist. Vorteil, beim Löten ist das Flußmittel schon da, und man kann diese Schicht auch auf der Platine lassen...
Hier das Verzinnen:

Ich hoffe ich hab dem ein oder anderen damit weitergeholfen ... wenn der Toner nicht hält, war was auf der Platine und oder die Temperatur zu gering.

Manche der Platinen die hier als Beispiel gezeigt sind sind auch doppelseitig. Um das zu realisieren habe ich ein LED-Panel als Lichttisch missbraucht, und beide Fotopapiere so übereinander geklebt, daß die Layouts exakt deckungsgleich übereinander liegen, und gerade genug Platz gelassen damit die Platine noch gut dazwischen hineinzuschieben ist. Die Ergebnisse können sich wirklich sehenlassen, passen sehr gut und auch mit SMDs ist das kein Problem

73 de Tomtom

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